Besonderheiten

Besondere Arten in Graubünden

Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) und Sumpfspitzmaus (Neomys milleri)

Die Wasserspitzmaus kommt in allen Regionen Graubündens vor. Sie lebt in sehr verschiedenen Lebensräumen, von in mit Wasser gefüllten Gräben bis zu rasch und stark fliessenden Bergbächen. Anhand von äusseren Merkmalen kann sie nur mit einiger Übung von der Sumpfspitzmaus unterschieden werden, die weniger stark an das offene Wasser angewiesen ist und gelegentlich weit entfernt von Feuchtgebieten vorkommt. Im Bündner Rheintal wurde die Sumpfspitzmaus wiederholt festgestellt. Die stärkere Bindung der Wasserspitzmaus an das Wasserleben zeigt sich in einigen Körpermerkmalen. Adulte, aber noch nicht senile Tiere besitzen einen gut ausgebildeten Borstensaum an der Schwanzunterseite und an den Hinterfüssen, was bei der Sumpfspitzmaus weniger ausgeprägt ist.

Beide Arten besitzen eine schwarze Oberseite und eine weissliche Unterseite. Die Abgrenzung zwischen Ober- und Unterseite ist im Bereich der Mundöffnung verschieden. Nur bei der Sumpfspitzmaus setzt sie im Mundwinkel an, bei der Wasserspitzmaus weiter oben.

Gewässer aller Art und Feuchtgebiete bis hin zu feuchten Stellen im Gelände werden immer seltener. Dies schränkt die Lebensmöglichkeiten beider Arten stark ein.

Weisszahnspitzmäuse (Gattung Crocidura)

In Graubünden wurde bisher nur die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon).

regelmässig nachgewiesen. Es handelt sich um das bedeutendste Vorkommen in der Schweiz. Die Art kann wegen ihrer kontrastreichen Färbung gut bestimmt werden.

Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens) wurde bis vor einigen Jahrzehnten im Churer Rheintal festgestellt, von wo heute Nachweise fehlen. Ein mögliches aktuelles Vorkommen liegt im Domleschg. In Südbünden (Misox, Bergell, Puschlav) wurde die Art mehrfach beobachtet.

Die Hausspitzmaus (Crocidura russula) dringt immer mehr in die Alpentäler ein und hat kürzlich das Bündner Rheintal erreicht. Ihr Vordringen in die Alpentäler erfolgt möglicherweise auf Kosten der anderen Weisszahnspitzmäuse. Bitte alle möglichen Hinweise auf das Vorkommen der drei Arten melden.

Baumschläfer (Dryomys nitedula)

Die westlichsten Vorkommen der bis nach Asien verbreiteten Art befinden sich im Unterengadin und im Münstertal.

Hier, aber auch in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes ist die Art selten. Zurzeit klären Wissenschafterinnen und Wissenschafter ab, ob diese Seltenheit mit kleinen Beständen zusammenhängt oder ob die Art mit den bisherigen Methoden schlecht nachweisbar ist.

Die Bestimmung der kleinen Schlafmaus ist einfach, da sowohl ihre Kopf- als auch ihre Schwanzzeichnung typische Merkmale aufweisen.

Westliche und Östliche Haselmaus (Muscardinus speciosus und avellanarius)

Kürzlich wurde entdeckt, dass die Haselmäuse aus der West- und Ostschweiz genetisch so verschieden sind, dass sie 2 verschiedenen Arten angehören. Die Beschreibung der unterschiedlichen äusseren Merkmale steht noch aus, ebenso die exakte Verbreitung in der Schweiz. Wer die Möglichkeit hat, von lebenden oder toten Haselmäusen genetisches Material zu gewinnen, sollte sich unbedingt bei Micrommalia GR melden.

Copyright:
Dryomys nitedula: Igor Zagorodniuk
Muscardinus avellanarius: Danielle Schwarz
Crocidura luecodon: Marta Wastavino
Neomys fodiens: James T M Towill
Neomys anomalus: Mnolf

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