Untersuchung der Kleinsäugerfauna in einem alpinen Lebensraum
auf der Alp Flix (Graubünden, Schweiz).
Suter, Salomé (2023).
Die Arbeit ist für eine Publikation im Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden, Band 123, 2024, angemeldet.
Wie der «Atlas der Säugetiere. Schweiz und Liechtenstein» (Graf, Fischer 2021) zeigt, ist die Kleinsäugerfauna oberhalb 2000 m ü. M. ungenügend erforscht. Nach dem Marchesi im Jahr 2009 auf der Alp Flix eine Höhenstufe zwischen 2000 und 2500 m ü. M. untersucht hatte (Marchesi et al. 2014), stellte sich die Frage, ob noch höher oben Kleinsäuger leben, ob sie dauerhafte Populationen bilden und welche Lebensräume sie bevorzugen. Um diese Fragen zu beantworten, wurden vier verschiedene Typen von Lebensräumen definiert, nämlich «Blockhalde», «Feuchtgebiet», «Rasen» und «Gemischt». Für jeden dieser Lebensraumtypen wurden vier Standorte ausgewählt, also total 16. Im Sommer 2022 wurde an jedem dieser Standorte, die auf 2500 m ü. M. lagen, während 7 Tagen eine Wildtierkamera platziert. Ergänzend wurde noch vier Zusatzstandorte auf rund 2 700 m ü. M. untersucht.
Im Untersuchungsgebiet konnten folgende Arten nachgewiesen werden: Alpenwaldmaus (Apodemus alpicola), Schneemaus (Chionomys nivalis), Waldspitzmaus (Sorex araneus), Zwergspitzmaus (Sorex minutus) sowie Hermelin (Mustela erminea).
Da in einer Fotoserie die einzelnen Individuen selten auseinandergehalten werden können, wurde der Begriff der «unabhängigen Beobachtung» verwendet. Unabhängig ist eine Beobachtung dann, wenn eine ausreichende Zeit zwischen zwei Beobachtungen vergangen ist oder wenn das Tier einer anderen Art zugehörig war. Der Schwellenwert wurde mit 30 Minuten festgesetzt, ein gemäss der Literatur üblicher Wert.
Weitaus die häufigste Art war die Schneemaus, vor allem in der Blockhalde. Die zahlreichen Nachweise bis auf 2703 m ü. M. zeigen, dass die Art bis in diese Höhe dauerhafte Populationen bildet. Diese bilden eine Ernährungsbasis für das Hermelin. Die höchste Artendiversität wies der Lebensraum «Feuchtgebiet» mit vier Arten auf. Ausserhalb der definierten Beobachtungsreihen konnte auf 2703 die Alpenspitzmaus fotografiert werden. Nicht nachgewiesen wurde die Feldmaus (Microtus arvalis), welche unterhalb von 2 500 m ü. M. (Marchesi et al. 2014) noch recht häufig war.
Die Arbeit zeigt, dass die Kleinsäugerfauna von schwer zugänglichen alpinen Gebieten mit Hilfe der Fotofallen erfolgreich bearbeitet werden kann.