Kleinsäugermonitoring mit der Mammalia Box
im Bündner Rheintal.
Gygax, Livia (2023)
Das Projekt von Pro Natura Graubünden «Strukturreiches Bündner Rheintal» hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensräume der gewählten Schirmarten, Hermelin (Mustela erminea) und Mauswiesel (Mustela nivalis) aufzuwerten und zu vernetzen. Dafür wurden Kleinstrukturen erstellt und gepflanzt. Das Ziel der Untersuchung bestand darin, mit der Mammalia Box, einer an die Lebensweise der Kleinsäuger angepassten Wildtierkamera, im Sommer 2022 zu untersuchen, ob die ausgeführten Strukturen einen Einfluss auf die Artenvielfalt haben.
Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich von Trimmis bis zur St. Luzisteig. Eingesetzt wurden Weisslichtblitz-Wildtierkameras. Insgesamt wurden 10 Arten nachgewiesen, sieben konnten bis auf das Artniveau bestimmt werden. Die Artenvielfalt war im Lebensraumtyp «Hecken» am höchsten. Eine höhere Vielfalt zeigten die «gut» vernetzten Lebensräume gegenüber den « mässig bis schlecht « vernetzten.
Aus faunistischer Sicht war der zweite Nachweis der Hausspitzmaus (Crocidura russula) für Graubünden bemerkenswert, ebenso die verschiedenen Nachweise der Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), die zeigen, dass das Bündner Rheintal ein Hauptverbreitungsgebiet der Art in der Schweiz ist. Beobachtet wurde in eher geringer Zahl auch das Hermelin, während das Mauswiesel fehlte.
Die Arbeit ist ein wichtiger Schritt in der Begleitung von Strukturverbesserungen. Es ist dringend, die Wirkung von Schutzmassnahmen immer mit einem Monitoring der Artenvielfalt zu verfolgen.